Ist der Mietvertrag rechtens?

Viele Vermieter bauen Klauseln in den Mietvertrag ein, die nicht rechtens sind. Oft enden Streitigkeiten beim Anwalt, weil man sich nicht darüber im Klaren ist, welche grundsätzlichen Rechte man überhaupt hat. Den Justiziar freut dies natürlich – den Mieter meist nicht, da die Kosten für eine einfache Beratung sehr hoch sind.download-40

Mit der Objektübergabe wird das Hausrecht an den Mieter abgetreten. Das bedeutet, dass der Vermieter ohne Wissen und Zustimmung des Vertragspartners die Immobilie nicht betreten darf. Allerdings gibt es Ausnahmen, zum Beispiel, wenn Reparaturen getätigt werden müssen oder der Vermieter einem Nachmieter das Objekt zeigen muss. Allerdings muss dies spätestens einen Tag vorher angekündigt werden, um die Privatsphäre zu schützen.

Ein weiteres Grundsätzliches Recht besteht darin, dass die Wohnung instand gehalten wird. In welchem Rahmen kleine und ästhetische Reparaturen übernommen werden, hängt vom Mietvertrag ab. Der Gesetzgeber hat diese Richtlinien genau definiert. Kommt der Vermieter dieser Pflicht nicht nach, besteht die Möglichkeit die Miete zu mindern – aber nur, wenn die Mängel nachweislich dauerhaft bestehen. Allerdings gilt dies nicht dafür, dass die Wohnung immer dem modernsten technischen Anforderungen entspricht. Daher muss man sich in diesem Fall genau belesen.

Bestimmte Familienmitglieder dürfen ohne Absprache mit dem Vermieter einziehen. Dazu zählen Verwandte ersten Grades. Entferntere Familienangehörige muss der Vertragspartner erlauben. Dasselbe gilt für Freunde und Bekannte. Allerdings darf das Objekt nicht “überbelegt” werden. Die genauen Regelungen kann man bei dem jeweiligen Eigentümerverband einsehen beziehungsweise anfordern.

Ein häufiges Streitthema sind Haustiere. Grundsätzlich ist es dem Vermieter nicht möglich, Kleintiere, wie zum Beispiel Hamster, Wellensittige oder Aquarien im Vertrag zu verbieten. Hunde und Katzen dagegen bedürfen allerdings der Zustimmung. Dabei gilt zu beachten, dass alle Mietparteien gleichberechtigt sein müssen: Erlaubt der Vermieter dem Nachbarn einen Hund, so muss er einem selbst das gleiche Recht zusprechen.

Dies waren nur wenige der Grundlegenden Rechte – jedoch die, die häufig Streitigkeiten verursachen. Natürlich sollte man sich aufgrund der vielen Sonderklauseln genau im Gesetzbuch belesen.